Der Friedrich gibt den Boris Johnson
4. November 2026
Im April 2022, wenige Wochen nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs, lag nach u. a. durch Israel vermittelten und moderierten russisch-ukrainischen Verhandlungen ein von beiden Seiten konsentiertes Abkommen über einen Waffenstillstand und den Weg zu einer Beendigung dieses Krieges auf dem Tisch.
Da eilte Boris Johnson (damals britischer Premierminister) nach Kiew, um unter allen Umständen eine Unterzeichnung dieses Abkommens durch die Ukraine zu verhindern. Wie wir wissen, war der notorische Lügner Johnson damit erfolgreich. Das Abkommen wurde nie unterzeichnet und die Chance, diesen seit nunmehr fast vier Jahre dauernden Krieg frühzeitig zu beenden und die unzähligen Opfer und Zerstörungen zu verhindern, vertan… Nein, sie wurde natürlich nicht vertan, sie wurde gezielt vereitelt. Denn der Ukraine-Krieg durfte auf keinen Fall ohne russische Niederlage zu Ende gehen, Opfer spielten und spielen da keine Rolle. (In einer privaten Diskussion auf diesen Vorgang hingewiesen, wurde dieser von einer Diskutantin mit dem Argument bestritten, „davon hätte man schließlich etwas in der Zeitung gelesen“… Nun, sie las eben nur deutsche Zeitungen.)
Am 10./11. November finden nun in Abu Dhabi trilaterale Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten statt, an denen „Europa“, also die pars pro toto kurzerhand so benannte EU oder die E3, E4 oder E5 oder die „Koalition der Willigen“ oder sollten wir kurz und knapp „Deutschland“ (das ja bekanntlich die Hauptlast usw. usf. trägt, also eine der Hauptkriegsparteien ist) sagen, nicht beteiligt sind.
Aber wie es der Zufall so will, war ausgerechnet jetzt Selenski bei Friedrich Merz in Berlin. Die beiden haben dort „ihre (!) Positionen für künftige Verhandlungen mit Russland und den Vereinigten Staaten über einen Frieden in der Ukraine abgestimmt“ (FAZ vom 4.11.2026). Die Medien berichten wie üblich: Unterstützung der Ukraine bis zum Kriegsende, also dem Endsieg über Russland, 200 Millionen Euro Winterhilfe… es könnten auch 300 oder 900 Millionen sein, weitere militärische Unterstützung… das Übliche. Über die wichtigen Vereinbarungen erfährt man ohnehin nichts!
Dann noch eine wichtige Botschaft an das heimische am Ende wankelmütige deutsche Publikum: Wir unterstützen eigentlich gar nicht die Ukraine, die ganzen Milliarden werden ausschließlich für „unsere Sicherheit“ angesichts „ständig wachsender Bedrohung“ (Ich sage nur: Leipzig, Leipzig, Leipzig…!, da wäre um ein Haar ein ukrainisches [also irgendwie doch auch deutsches…?] Flugzeug voller Waffen für die Ukraine [also irgendwie doch für Deutschland] abgestürzt… Spätestens ab jetzt wird Drohne nicht mit Drohne, sondern mit Milliarden Militärhilfe für die Ukraine vergolten…!) ausgegeben. Das müssten eigentlich auch die Armen in diesem Land verstehen, wenn sie kein Wohngeld mehr bekommen…
Das wichtigste aber: Selenski musste auf Kurs gebracht werden, damit er nicht am Ende – kein Istanbul II ! – irgendwelchen Kompromissen zustimmt, die den „europäischen“ (siehe oben) Interessen zuwiderlaufen. Wenn schon Europa (siehe oben) nicht am Verhandlungs-, ja nicht einmal am Katzentisch sitzt, muss der Stellvertreter Selenski, wir wissen nicht, ob mit Geld, guten Worten oder Angeboten, die er nicht ablehnen kann, auf Linie gebracht werden. Dafür die Einladung nach Berlin.
Der Krieg darf eben nicht einfach so enden. Es gibt noch sooo viele (Waffen-)geschäfte zu machen. Und Russland ist auch noch nicht besiegt…