Propaganda-Tage

(25. Februar 2026)

 

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Kein Problem, wenn man gerade keinen Kalender zur Hand hat: Wenn Selenski am Abend zuvor sein jährliches Propaganda-Interview in der ARD bekam und die EU-Oberen nach Kiew pilgern, dann ist 24. Februar.

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Drei veritable Außenminister (des „Weimarer Dreiecks“ – Deutschland, Frankreich, Polen) greifen in der FAZ vom 24. Februar zur fremden Feder, um in einer Art Manifest mit einem neunmaligen „Deswegen“ wieder einmal das zu verkünden, was seit Jahren bekannt ist… wir führen weiter mit allen propagandistischen, wirtschaftlichen, und natürlich militärischen Mitteln Krieg gegen Russland. Hier stehen wir, wir können nicht anders…!!!

Dazu, so verkünden sie, haben sie „die bislang ehrgeizigste Koalition williger Staaten in der jüngeren Geschichte geschmiedet“. Man sieht die drei Kampfgefährten fast in schimmernder Rüstung, den entschlossenen Blick gen Osten gerichtet. Ja, gegenüber Russland war der Gegner der damaligen Rumsfeld-Koalition der Willigen, der Irak, ein Pappkamerad. So entschlossen die Drei daherkommen, so dünn ist der Firnis ihres „deswegen“: „Russlands Aggression gegen die Ukraine ist Teil eines größeren Angriffs auf die regelbasierte internationale Ordnung.“ Diese Behauptung, dieses Raunen hört man nun seit vier Jahren, ohne dass dafür irgendein plausibler Beleg präsentiert würde. Es ist die Behauptung, die durch ständige Wiederholung zwar nicht wahr wird, aber ausreicht, um den deutschen Fritz zu verdummen. Damit er mit noch mehr Sparmaßnahmen einverstanden ist, um diesen Krieg zu finanzieren.

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Die FAZ bejubelt am 25.2., dass „die Bundesrepublik erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar für Verteidigung überstiegen“ habe und „an die vierte Stelle dieser martialischen Weltrangliste gestiegen“ sei. Nicht weniger bejubelt sie, dass der noch vor wenigen Jahren angesichts dessen zu erwartende Aufschrei „samt moralisierender Erinnerungen an die deutsche Geschichte“ ausbliebe und kritischen Stimmen „angesichts des tatsächlichen Grauens das die ukrainische Bevölkerung als Opfer eines Angriffskriegs erleide(t)“ der „Resonanzboden“ fehle. Nun weiß man allerdings immer noch nicht, wie diese martialische Aufrüstung „das tatsächliche Grauen“ der Ukrainer beenden soll. Ach so... richtig… siehe oben…

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Apropos ANGRIFFSKRIEG. So hat er begonnen. (Das ging so weit, dass in der Propaganda nicht „Krieg“, sondern „Angriffskrieg“ herrschte.) In der ersten heißen Phase der geistig-moralischen Mobilmachung wurde er zum „VERBRECHERISCHEN ANGRIFFSKRIEG RUSSLANDS“. Bis man in Redaktionsstuben, Regierungspropagandastellen, wo auch immer… auf den Gedanken kam, dass der Angriff ja nicht erst 2022, sondern bereits 2014 begonnen habe, als kleiner Angriff gleichsam. Folglich konnte es sich bei dem von 2022 nur um einen GROSSANGRIFF handeln. Und weil es Putin ja um die Auslöschung der Ukraine gehe, was ja deren vollständige Besetzung voraussetzt, haben wir es jetzt mit einer VOLLINVASION zu tun.

Dass da eine Sprachregelung hinter steckt (modern: „Wording“), wird dann offenbar, wenn ein unaufmerksamer Reporter versehentlich einmal schlicht vom „Krieg“ und sich dann schnell korrigiert… ääh… der russischen Vollinvasion… spricht.